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Tagungsband zur Jagdethik veröffentlicht

Unter dem Titel „Gestresst, Verwaist und Eingesperrt“ hat die Deutsche Wildtier Stiftung den Tagungsband zu ihrem 7. Rotwildsymposium veröffentlicht. Die Beiträge zur Doppelmoral im Umgang mit großen Wildtieren sind dabei aktueller denn je: Die jüngsten Entwicklungen in der Jagdpolitik zeigen, dass bei unseren Wildtieren mitunter mit unterschiedlichem Maß gemessen wird. Die Beiträge zu den ethischen Prinzipien in der Jagdpraxis unterstreichen dagegen die Verantwortung jedes einzelnen Jägers für unsere Wildtiere. Den Tagungsband “Gestress, Verwaist und Eingesperrt” erhalten Sie gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 14,90 € inkl. Versandkosten unter Telefon 040 9707869-0 oder über ein Bestellformular.

Ethik und Moral unterscheiden den menschlichen Jäger vom tierischen Fressfeind. Um den ethischen und moralischen Ansprüchen unserer Gesellschaft gerecht zu werden, müssen die Jäger wie alle anderen die Natur nutzenden Menschen bei ihren Entscheidungen ihre Verantwortung für das Wohlbefinden der Wildtiere gegen ihre Handlungsmotive abwägen. Eine besondere Verantwortung hat der Gesetzgeber, der den Rahmen für die Handlungen des Menschen vorgibt. Doch die Messlatte für „gutes“ Handeln wird in Deutschland je nach Wildtier unterschiedlich angesetzt. Wie wäre es sonst möglich, dass die Ausbreitung von Wolf und Biber begrüßt, die des Rothirsches aber vor allem in den südlichen Bundesländern verboten wird? Und wieso glauben wir, Igel füttern zu müssen, Rothirsche jedoch nicht? Ist damit nicht George Orwells „Farm der Tiere“, auf der alle Tiere gleich, aber manche gleicher sind, in unserem Land allgegenwärtig?

Das 7. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung stellte die Frage nach der Gleichheit der Wildtiere. Die im nun erschienenen Tagungsband zusammengestellten Beiträge schlagen einen Bogen über die verschiedenen Facetten eines ethischen und moralischen Umgangs mit unseren großen Wildtieren und beleuchten die jagdpraktischen Aspekte des Tier- und Artenschutzes, die „richtiges“ oder „gutes“ Handeln ausmachen. Themen sind dabei u.a. der Muttertierschutz, das Nachsuchenwesen oder die natürlichen Verhaltensweisen des Rotwildes. Als Aufruf an die Jagdpraxis und Forderung an den Gesetzgeber hat die Deutsche Wildtier Stiftung ihr „Ostsee-Papier“ zum ethischen Umgang mit großen Wildtieren dem Tagungsband vorangestellt.

Das 7. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung fand vom 25. bis 28. September 2014 an der Ostsee in Warnemünde statt und wurde durch die Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern und das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert.

 

Inhaltsverzeichnis des Tagungsbandes

Das „Ostee-Papier“ zum ethischen Umgang mit unseren großen Wildtieren in Politik und Jagd

Grußworte

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung)

Claus Robert Agte (Stifter und Vorsitzender der Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern)

Dr. Till Backhaus (Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern)

Deutschland – Deine Farm der Tiere

Zum psychischen Phänomen der Projektion im Naturschutz (Florian ASCHE)

Hirsch und Jäger zwischen Ethik und Moral

Jagd aus naturethischer Sicht (Konrad OTT/ Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Vom Prädator zum Jäger – ethische Prinzipien bei der Jagd (Sven HERZOG/ Technische Universität Dresden)

Die Doppelmoral im Umgang mit großen Wildtieren

Die Ausbreitung großer Wildtierarten: grenzenlos und eingesperrt (Janosch ARNOLD/ WWF Deutschland)

Jagdschutz versus Forstschutz – sind Bäume wertvoller als Tiere? (Thomas GEHLE)

Füttern in der Not? Spatz ja – Hirsch nein? (Gregor BEYER, MdL a. D.)

Ethische Prinzipien in der Jagdpraxis

Wieviel Alttier braucht das Kalb? Zum Muttertierschutz beim Rotwild (Helmuth WÖLFEL)

Vermeidung von Schmerzen: das behördliche Nachsuchenwesen in Dänemark (Mads FLINTERUP/ Dänisches Schweisshund-Register)

Ermöglichen natürlicher Verhaltensweisen – wanderndes und tagvertrautes Rotwild (Andreas KINSER & Hilmar Freiherr v. MÜNCHHAUSEN/ Deutsche Wildtier Stiftung)

Wissen und Training: Basis für ein verantwortungsvolles Jagdhandwerk (Heiko HORNUNG/ Redaktion WILD UND HUND)

Empfehlungen an Politik und Praxis

Wider die Doppelmoral beim Umgang mit Wildtieren: Empfehlungen an die Politik (Dieter DEUSCHLE/ LJV Baden-Württemberg)

Kriterien für eine zukunftsfähige Jagd: Empfehlungen an die Praxis (Friedrich REIMOSER/ Universität für Bodenkultur Wien)

Einführung in die Exkursionsziele

Lebensraumnutzung des Rotwildes in Mecklenburg-Vorpommern am Beispiel des Darss/Zingst (Matthias NEUMANN & Frank TOTTEWITZ/ Thünen-Institut für Waldökosysteme)

Posterpräsentationen

Beeinflussung des Raum-Zeit-Verhaltens von Rotwild (Cervus elaphus) durch großräumige Beweidungsprojekte auf ausgewählten DBU-Naturerbeflächen – eine Projektvorstellung (Siegfried RIEGER et al./ Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde)

Vergleichende Analyse verschiedener Methoden zur Erfassung von freilebenden Huftieren (Reinhild GRÄBER et al./ Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung)

Wildschwerpunktgebiete in Mecklenburg-Vorpommern (Matthias NEUMANN/ Thünen-Institut für Waldökosysteme)

Untersuchung der Knochenmarkfettgehalte von Rot- und Rehwild in Niedersachsen (Jan WAGNER et al./ Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung)

Das Bestellformular finden Sie hier.