Rotwildmarkierung im Dreiländereck Vorarlberg-Liechtenstein-Graubünden

Projektträger

Amt für Wald, Natur und Landschaft des Fürstentums Liechtenstein
Amt für Jagd und Fischerei Graubünden
Vorarlberger Jägerschaft
Wissenschaftliche Begleitung durch das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Laufzeit

2009 bis 2014

Das Projekt

Wie bewegt sich Rotwild im Jahresverlauf zwischen dem Land Vorarlberg, dem Fürstentum Liechtenstein und dem Kanton Graubünden? Dieser Frage wurde in den letzten fünf Jahren mit Hilfe von GPS-GSM-Telemetrie auf den Grund gegangen.

Schalenwild und dabei insbesondere Rotwild wandert während eines Jahresverlaufs oftmals weite Strecken. Diese saisonale Raumnutzung und Aktivität des Wildes wird durch Verfügbarkeit von Nahrung, Lebensraum, Deckungsmöglichkeiten, Witterung und Störungen beeinflusst. Die Tiere versuchen, das für sie am besten geeignete Habitat zu erreichen, Staatsgrenzen sind dabei kein Hindernis. Solche Wanderungen erfolgen auch im Gebiet des Rätikon, dem Dreiländereck zwischen Vorarlberg, Graubünden und dem Fürstentum Liechtenstein.

Das 2009 gestartete Gemeinschaftsprojekt stand unter der Leitung des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Die Studie hatte zum Ziel, die saisonale Raumnutzung des Rotwildes genauer zu untersuchen. Die Forschungsergebnisse sollen nun als Grundlage für eine Optimierung des Rotwildmanagements dienen.

Dazu wurden insgesamt 67 Stück Rotwild mit GPS-GSM-Halsbändern versehen. Der Fang und die Markierung der Tiere wurden dabei länderübergreifend koordiniert. Die Halsbänder bestimmten alle drei Stunden die Position der jeweiligen Tiere (GPS-Modul) und durch die Verbindung über das Mobilfunknetz (GSM-Modul) konnte der Aufenthaltsort abgefragt und zentral über eine Basisstation ausgewertet werden. Über ein Zusatzmodul im Halsband konnten die Daten gespeichert und nach Abnahme des Halsbandes ausgewertet werden. Die GPS-Daten wurden durch Sichtbeobachtungen, Abschuss- oder Fundmeldungen ergänzt.

Download

Die Ergebnisse des Projektes wurden in einer populärwissenschaftlichen Broschüre und einem zweiteiligen Projektbericht (Teil A Datenauswertung und Teil B Sendertiere) veröffentlicht.

REIMOSER, F.; DUSCHER, T. & DUSCHER, A. (2015): Rothirsch im Rätikon – Drei Länder, drei Jagdsysteme, eine Wildart. VORARLBERGER JÄGERSCHAFT et al. (Hrsg.), 66 S.

REIMOSER, F.; DUSCHER, T. & DUSCHER, A. (2015): Rotwildmarkierung im Dreiländereck (Vorarlberg, Fürstentum Liechtenstein, Kanton Graubünden). VORARLBERGER JÄGERSCHAFT et al. (Hrsg.), Endbericht (Teil A – Datenauswertung), Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, Hohenems-Chur-Vaduz, 168 S.

REIMOSER, F.; DUSCHER, T. & DUSCHER, A. (2015): Rotwildmarkierung im Dreiländereck (Vorarlberg, Fürstentum Liechtenstein, Kanton Graubünden). VORARLBERGER JÄGERSCHAFT et al. (Hrsg.), Endbericht (Teil B – Darstellung individueller Daten), Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, Hohenems-Chur-Vaduz, 92 S.

Untersuchung des Raum-Zeit-Verhaltens von Rotwild in Abhängigkeit von großen Beweidungsprojekten

Projektträger

Das Projekt wird koordiniert vom Fachgebiet für Wildbiologie, Wildtiermanagement und Jagdbetriebskunde (FWWJ) der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und gefördert von der DBU-Naturerbe GmbH.

Laufzeit

Juli 2014 bis Dezember 2017

Das Projekt

Hintergrund:

Der Rothirsch ist in Deutschland die größte in freier Wildbahn lebende Säugetierart. Als Lebensraum bevorzugt er großräumig zusammenhängende, offen strukturierte Landschaften sowie lichte Wälder. In den letzten Jahrzehnten kam es in Deutschland zu erheblichen Verlusten wertvoller Offenlandbiotope als Teillebensraum des Rothirsches. Eine naturschutzfachlich bewährte Methode, die zunehmend zur Pflege und Entwicklung solcher Offenlandökosysteme angewandt wird, ist die nicht selten großflächige und extensive Beweidung mit Haustieren.

Die Etablierung vergleichsweise großflächiger Weiden geht mit einer entsprechenden Zäunung einher (Ausnahme: Hütehaltung z.B. von Schafen). So wie diese eine absolute Barriere für die jeweiligen Weidetiere gewährleisten soll, kann sie auch eine hier unerwünschte Barrierewirkung für Rotwild und andere Schalenwildarten haben. Grundsätzlich sollten jedoch die natürlicherweise lokal vorkommenden Wildtierbestände durch großflächige naturnahe Beweidungssysteme so wenig wie möglich in ihrer Ökologie beeinträchtigt werden.

Zielsetzung:

Ziel des Projektes ist es eine fundierte Datengrundlage über das Raum-Zeit-Verhalten des Rothirsches mittels GPS-Telemetrie in Abhängigkeit von großen Beweidungsprojekten zu schaffen, um für zukünftige Projekte eine Entscheidungshilfe bezüglich der Wahl und der Ausgestaltung der Beweidungskonzepte zu schaffen und damit auch zur Versachlichung der Diskussion beizutragen. Hierfür werden in drei DBU-Naturerbeflächen sowohl Rothirsche als auch Weidetiere mit GPS-GSM-Halsbandsendern ausgestattet, um unter anderem Interaktionen erfassen und auswerten zu können.

Fragestellungen:

  • Wie verändert sich das Raum-Zeitverhalten des Rotwilds bei Einführung großer gezäunter Weiden?
  • Ist eine Reduzierung bzw. Verschiebung des Lebensraumes festzustellen?
  • Tritt eine Verhaltensänderungen des Rotwildes aufgrund der Präsenz von Weidetieren und einer möglicherweise reduzierten Nahrungsverfügbarkeit auf?

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Kontakt:

Dipl.-Biol. Frank Michler

Tel.: +49 -(0)3334 657 280

fmichler@hnee.de

M.Sc. Benjamin Gillich

Tel.: +49 -(0)3334 657 184

bgillich@hnee.de

Freilebendes Rotwild zur Pflege von Offenlandbiotopen

Projektträger

Das fünfjährige Pilotprojekt wird koordiniert vom In­stitut für Wildbiologie Göttingen und Dresden e.V. und gefördert aus Mitteln des Zweckvermögens des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Ein wesentlicher Initiator des Projekts ist der Geschäftsbereich Bundesforst der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).

Laufzeit

2014 – 2019

Das Projekt

Die Universitäten Göttingen und Dresden wollen untersuchen, welchen Beitrag freilebende Rothirsche bei der Pflege von Offenlandbiotopen leisten können.

Aufgrund gravierender Veränderungen in der Landnutzung hat der Erhalt extensiv genutzter Offenlandlebensräume in den letzten Jahrzehnten massiv an Bedeutung gewonnen. Sie beinhalten zahlreiche seltene, streng geschützte Lebensraumtypen und sind Rückzugsräume für viele gefährdete Arten. Um die betreffenden Pflanzengesellschaften und den offenen Charakter der Flächen zu erhalten, ist ein laufender Entzug von Biomasse durch deren Nutzung oder regelmäßige Pflegeeingriffe erforderlich.

Großflächige Schutz- und Managementkonzepte sind daher vergleichsweise aufwändig und kostenintensiv. Als ein in ökologischer Hinsicht zielführendes Instrument hat sich die extensive Beweidung mit robusten Rassen verschiedener Nutztierarten etabliert. Das System ist jedoch auch mit einigen Nachteilen behaftet und nicht auf allen Flächen realisierbar. Das gestalterische Potential wildlebender heimischer Huftiere wurde bisher kaum berücksichtigt.

Im Rahmen dieses Vorhabens soll daher untersucht werden, welchen Beitrag autochthone, freilebende Rothirschvorkommen zur Pflege von Offenlandbiotopen leisten können. Ziel des Projektes ist es den Zielerreichungsgrad und die Anwendbarkeit des Systems „Rothirschbeweidung“ zu klären und die für eine Umsetzung relevanten Wissensdefizite zu beseitigen. Als Projektgebiet wurde der von der US-Armee genutzte Truppenübungsplatz Grafenwöhr / Bayern ausgewählt. Der dort vorhandene Rothirschbestand nutzt aufgrund eines zielgerichteten Wildtiermanagements intensiv die offenen Teile des Lebensraumes. Über einen Zeitraum von insgesamt 5 Jahren sollen die Vegetationsentwicklung, das Raum-Zeit-Verhalten sowie die diesbezüglichen Wechselbeziehungen in zwei Teillebensräumen untersucht werden.

Hierzu werden zwei feste Bezugsflächen mit unterschiedlichen standörtlichen Voraussetzungen und Vegetationstypen ausgewählt. In jeder der beiden Flächen werden bis zu 15 Rothirsche beider Geschlechter mit GPS-Sendern versehen und die vorhandenen Vegetationsgesellschaften sowie ihre Veränderung erfasst. Darüber hinaus werden auf Testflächen in beiden Lebensräume detailliert die Fraßeinwirkung auf die Vegetation ermittelt und Wechselwirkungen zusätzlicher gezielter Pflegemaßnahmen (Feuer, Mahd) mit der Beweidung durch Rothirsche untersucht.

Weitere Informationen zu dem Projekt erhalten Sie hier.

Schalenwild im Wolfsgebiet der Oberlausitz

Projektträger

TU Dresden/ Professur für Forstzoologie

Laufzeit

2. Projektphase April 2012 – Dezember 2015

Das Projekt

Untersuchungen am Schalenwild im Wolfsgebiet der Oberlausitz und Schlussfolgerungen zu dessen Hege und jagdlicher Bewirtschaftung

Das Projekt dient der Erforschung von Raumnutzung, Aktivitätsmuster, Wanderverhalten und anderer verhaltensbiologischer und populationsdynamischer Parameter verschiedener, jagdbarer Beutetiere, insbesondere von Rot-, Dam-, Schwarz-, Muffel- und Rehwild im Wolfsgebiet der Oberlausitz. Ziel ist es Daten zu erheben, die eine objektive Bewertung der aktuellen Situation und deren weitere Entwicklung im Wolfsgebiet ermöglichen und somit Voraussetzung für die Ableitung gegebenenfalls erforderlicher jagdpolitischer oder jagdrechtlicher Entscheidungen sind.

Mehr Informationen zu dem Projekt „Schalenwild im Wolfsgebiet der Oberlausitz“ erhalten Sie hier.

Rotwild in der Altmark

Telemetrische Untersuchung des Raum-Zeit-Verhaltens des Rotwildes in der Altmark einschließlich seines Verhaltens auf Stöberjagden

Projektträger

Dozentur für Wildökologie und Jagdwirtschaft der TU Dresden

Laufzeit

Anfang 2013 bis Ende 2015

Das Projekt

Die Altmark ist eine durch Waldbestände geprägte und gering zersiedelte Region im Norden Sachsen-Anhalts. Ausgedehnte Kiefernwälder, große landwirtschaftliche Flächen und eine geringe Besiedelungsdichte prägen die Landschaft. In dieser Region stellt der Truppenübungsplatz Altmark der Bundeswehr mit seinen fast 23.000 ha ein bedeutendes Einstandsgebiet des Rotwildes dar. Trotz des intensiven Übungsbetriebes bietet dieses Areal durch seine großen Heideflächen und den teils parkartigen Strukturen einen geeigneten Lebensraum für das Rotwild.

Die Rotwildbestände in der Altmark weisen in den letzten Jahren eine steigende Tendenz auf. In den umliegenden Revieren scheint sich das Rotwild in bisher rotwildfreie Gebiete auszubreiten. Zusätzlich wurde in vielen Revieren der Einsatz einzeln jagender spurlauter Stöberhunde auf Bewegungsjagden forciert.

Im Rahmen des Forschungsprojektes soll Rotwild mit GPS-Sendehalsbändern ausgestattet werden. Ziel ist die Analyse des Raumnutzungsverhaltens des Rotwildes in der Altmark und umliegenden Gebieten.
Weiterhin soll im Rahmen des Forschungsprojektes das Ausweichverhalten von Rotwild auf Bewegungsjagden unter intensivem Einsatz einzeln jagender spurlauter Stöberhunde untersucht werden. Durch Verschneidung der Daten des Rotwildes und der Bewegungsmuster der Hunde auf Bewegungsjagden sollen neue Erkenntnisse über das Verhalten des Rotwildes auf Bewegungsjagden gewonnen werden.
Vergleichende genetische Analysen des Rotwildes aus dem Bereich der Altmark und anderen Rotwildeinstandsgebieten in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen sollen zusätzlich Informationen über eventuelle genetische Einengungen ermöglichen.

Dieses Forschungsprojekt wird unterstützt aus Mitteln der Jagdabgabe des Bundeslandes Sachsen-Anhalt.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt, dem Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt -Forstbetrieb Altmark- und der Arbeitsgemeinschaft Rotwild-Damwild in der Altmark.

Satellitentelemetrische Untersuchungen zu Biorhythmus und Lebensraumnutzung des Rotwildes

Manfred Ißleib

Alttier mit Sende- und Sichthalsband im Rudelverband. c Manfred Ißleib

Projektträger

Thünen-Institut für Waldökosysteme

Das Projekt

Das Rotwild besiedelt sowohl große, zusammenhängende Gebiete als auch sehr kleine Exklaven. Es ist als ausgesprochen sensible und lernfähige Wildart bekannt. Daher wirken anthropogene Einflüsse besonders intensiv auf die Lebensweise dieser Tiere. Über die Auswirkungen wurde und wird viel spekuliert.

Konkrete Aussagen zu Streifgebietsgrößen im Zusammenhang mit Wanderbewegungen und bevorzugten Kerngebieten oder über den Tag-Nacht-Rhythmus in Abhängigkeit der Nutzungsintensität von Lebensräumen liegen aber bisher kaum vor. Auch und gerade weil sich die Habitate zudem sowohl geomorphologisch, geobotanisch, aber auch hinsichtlich der Nutzungsintensität unterscheiden, sind Kenntnisse der speziellen Lebensweise einer Rotwildpopulation für die artgerechte und lebensraumangepasste Wildbewirtschaftung in diesem Habitat von grundlegender Bedeutung.
Derartige Untersuchungen werden wesentlich vom technischen Fortschritt beeinflusst. Vor allem die Entwicklung der GPS- Satellitentechnologie bietet völlig neue Forschungsmöglichkeiten.

Seit 2003 werden am Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde sehr umfangreiche Satellitentelemetrie-Projekte in verschiedenen Lebensräumen wissenschaftlich betreut. Zwei Untersuchungsgebiete befinden sich im nordostdeutschen Tiefland (Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft) eines im Thüringer Wald.

Kenntnisse über unterschiedliche Verhaltensweisen und Raumnutzungsansprüche sind in der gegenwärtigen Diskussion um den Einfluss von Wild auf die Waldvegetation von grundlegender Bedeutung. Nur wenn die Lebensweise des Wildes unter den konkreten Rahmenbedingungen vor Ort bekannt ist, kann eine gebietscharakteristische Wildbewirtschaftung erfolgen und trägt damit wesentlich zu einer Entspannung des Wald- Wild- Konfliktes bei.

Mehr zu dem Projekt erfahren Sie hier.

Satellitentelemetrie von Rotwild im Saarland

Projektträger

Institut für Artenschutz & Wildtierforschung

Das Projekt

Die Kleinräumigkeit des Saarlands, die mit starker anthropogener Nutzung und einer Fragmentierung der Landschaft einhergeht, stellt das Rotwild vor eine besondere Herausforderung. Im „Naturpark Saar-Hunsrück“ in Rheinland-Pfalz/Saarland, soll der Raumbedarf sowie das räumlich-zeitliche Verhalten mittels telemetrischer und genetischer Untersuchungen geklärt werden.

Weitere Aspekte wie die Migrationsfähigkeit, die Habitatansprüche und die anthropogenen Einflusses auf das Verhalten von Individuen werden bei diesem Projekt berücksichtigt um Strategien für ein gesundes Zusammenleben von Mensch und Rotwild im Saarland zu ermöglichen.

Mehr zu dem Projekt erfahren Sie hier.