Beitragsbild Winterfütterung CMiller

Petition gegen Räumungsklage für Rotwild

Der vor kurzem gegründete Verein „Wildes Bayern e.V.“ hat eine Online-Petition gegen die konzeptlose Streichung eines Wintergatters für Rotwild im Chiemgau gestartet. Der Verein unterstützt damit regionale Initiativen, die sich in der Sache bereits an den Landtag gewandt haben. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass Wildtiere nicht einfach Spielmasse wirtschaftlicher Interessen in Wald und Feld sind,“ so Dr. Christine Miller, 2. Vorsitzende des Vereins.

Der bayerische Staat hat dem Rotwild einst Asyl in seinen Wäldern gewährt. Auf 14 % der Landesfläche, vornehmlich in den Staatsforsten darf heute dieses größte heimische Wildtier noch leben. So auch im Forstbetrieb von Ruhpolding. Nun soll hier eine der zentralen Notunterkünfte im Winter für Rotwild geräumt werden; die Tiere erhalten Platzverweis. Die natürlichen Überwinterungsorte sind auch im Chiemgau für Hirsch und Co. nicht mehr einfach zu erreichen und sie sind ihnen als Aufenthaltsorte auch nicht erlaubt. Das traditionsbewusste Rotwild wird daher auch diesen Winter versuchen, in sein altes Wintergatter zu wandern und dort Zuflucht suchen. Doch auf dem Weg dorthin soll es abgeschossen werden. Die Genehmigung wurde schon erteilt. Wer überlebt, zieht an die alte vertraute Futterstelle und wird dort wahrscheinlich verhungern. „Wir halten die Begründung, warum sich der Forstbetrieb kaum noch Rotwild auf seinen Flächen leisten will, nicht für stichhaltig,“ so Christine Miller. „Deshalb fordern wir die Aussetzung der geplanten Maßnahme und eine seriöse großräumige wildökologische Fachplanung – wie sie in unseren Nachbarländern üblich ist“.

Herzogin Helene in Bayern, die Vorsitzende des Vereins „Wildes Bayern“ ist selber Waldbesitzerin: „Rotwild hat ein Bleibe- und Lebensrecht im Chiemgau und in ganz Bayern! Als Teil der natürlichen Lebensgemeinschaft in und um den Bergwald gehört es zu unserer Heimat. Deshalb fordern wir die Menschen nicht nur im Chiemgau auf, dafür ihre Stimme zu erheben und auch der Politik zu zeigen, dass wir einen verantwortungsvolleren Umgang mit unseren Wildtieren brauchen!“

Die Unterschriftenliste und weitere Informationen findet man auf www.wildes-bayern.de.